Die Reise chronologisch

Resumé vier Jahre später:

Unsere Radreise auf der Carretera Austral war in vielerlei Hinsicht eine Herausvorderung, aber eine lohnende. Unsere erste Radfernreise ausserhalb von Europa hatte uns zwei Jahre zuvor nach Vietnam geführt, dort hatten uns vor allem die Begegnungen mit den offenen, interessierten Menschen beeindruckt. Hier im Süden von Südamerika war es die ursprüngliche und auch raue Natur.

Wir waren gut vorbereitet, hatten einen wirklich guten Radreise-Führer dabei und gutes Equipment, daß bis zum Ende der Reise uns zuverlässige Dienste geleistet hat. Die Entscheidung vom Süden (kurz vor Feuerland) aus gen Norden zu fahren haben wir nicht bereut, obwohl oft empfohlen wird anders herum zu fahren, da man so den Wind eher im Rücken haben würde. Nach unserer Erfahrung ist der Wind sowieso nicht wirklich berechenbar und der Vorteil dieser Reiserichtung liegt darin, sich vom rauen „Ende der Welt“ zurück in die moderate Zivilisation zu tasten.

Zu Beginn hatten wir doch mit recht unwegsamen, holprigen Strecken zu kämpfen. Winde gegen die man sich mit aller Kraft legen mußte und oft kalter Luft, manchmal Regen. Abends kribbelten die Hände von den Schotter- und Wellblechpisten. Die Versorgung mußte gut geplant sein, oft hat uns eine Packung Dauerkekse mit Butter oder Öl über eine Wegstrecke gebracht. Wasser wurde auch mal knapp.

Und doch war es toll. Die Landschaft, die Kräfte der Natur – alles! Je nördlicher wir uns bewegten, desto entspannter wurde es, die Strassen glatter, die Landschaft erinnerte irgendwann an Europa und sogar gutes Brot war zu bekommen – aber es wurde eben auch etwas langweiliger, auf eine nette Art.

Zum Ende dieses kleinen Abenteuers haben wir uns mit ein paar Tagen in Buenos Aires belohnt – eine gute Entscheidung. Wir haben uns dort einfach durch die Strassen treiben und alles auf uns wirken lassen. Der einzige Wermutstropfen am Ende der Reise: beim Einchecken in Buenos Aires für den Rückflug nach Deutschland, wurde darauf bestanden, daß die Vorderräder separat, gelöst vom Fahrrad verschickt werden. Wir hatten darauf hingewiesen, daß dadurch die Gefahr steigt, dem Fahrrad Schaden zuzufügen. Aber da das Fahrrad nicht durch den Scanner passen wollte, blieb uns keine andere Chance, als uns den Anweisungen zu fügen. Es kam, wie es kommen mußte, bei der Ankunft in Deutschland war die Vordergabel von Marens Fahrrad verbogen. Nach einigem Gelaufe am Flughafen (das ausfindig machen, der Zuständigkeiten war nicht einfach) hat sich am Ende dann doch alles im Guten gelöst: die Airline hat den Schaden anstandslos beglichen. Nur gut, daß das erst auf dem Heimweg passiert ist!

 

Hier nun unsere gesammelten Berichte:

Alle Beiträge unserer Radreise durch Patagonien in der richtigen Reihenfolge. Gestartet sind wir in Punta Arenas in Chile, über Carretera Austral ging es immer nach Norden, teilweise durch Argentinen, bis Conception.

  1. Punta Arenas und Pinguine
  2. Auf der Ruta 9 und Y-50 nach Puerto Natales

  3. Auf zum Torres del Paine

  4. Im Torres del Paine und hinaus

  5. Über die argentinische Grenze

  6. El Chaiten

  7. Grenzuebertritt und Gletscherbesichtigung

  8. Am Start der Carretrea Austral ab Villa O´Higgins mit einem Huemul

  9. Weiter nach Norden, rauf und runter

  10. Am Rio Baker zum Lago General Carrera

  11. Valle Exploradores

  12. Auf der Südsteite des Lago General Carrera nach Osten, dem Asphalt entgegen

  13. Von Chile Chico nach Coyhaique

  14. Aufbruch ins Seengebiet

  15. Es schmeckt und riecht nach Sommer

  16. Sommerruhe an den Seen

  17. Weiter von See zu See

  18. Die letzten Tage im Sattel

  19. Wieder daheim

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